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Die unendliche Telekommunikationsgeschichte

8. Sep. 2010

Okay, diese Geschichte hat eine offizielle Fortsetzung, und die geht so:

Vier Jahre später. Ich ziehe um, von einem Ort in den anderen. Bis dahin konnte ich mich eigentlich weder über meine Telefon- noch über meine DSL-Verbindung beschweren. Beides funktionierte eigentlich so gut wie immer ganz gut. Trotzdem fand ich, dass sich der Umzug doch vielleicht dazu eignen würde, meine Telekommunikations-Angelegenheiten zu vereinfachen, zu streamlinen, kurz: bei einem Anbieter zu vereinigen. Also sah ich mich um, und da ich – im Gegensatz zu anderen Leuten, zugegeben – mit 1&1 bisher keine Probleme hatte, entschied ich mich für ein Rundum-Sorglos-Paket bei 1&1.

Ich rief also bei 1&1 an. „Hallo, ich ziehe um und möchte dabei auch gleich komplett mit Telefonanschluss und allem zu Ihnen wechseln.“

1&1: „Das freut uns sehr, geht aber leider nicht.“

Hä?

„Wir brauchen in der neuen Wohnung erst einen Telefonanschluss der Deutschen Telekom, um Ihr DSL aufschalten zu können. Dann kündigen Sie den Telefonanschluss, und dann können Sie komplett zu uns wechseln.“

Na super. Umständlicher ging’s wohl nicht mehr? Aber okay, also rufe ich bei der Telekom an. „Hallo, ich möchte umziehen.“

„Okay, kein Problem. Oh, ich sehe gerade, Ihr Produkt führen wir nicht mehr. Möchten Sie stattdessen in den T-Irgendwas-Package-Tarif wechseln?“

Ich: „Habe ich eine Wahl?“

„Also, in Ihrem alten Tarif können Sie nach dem Umzug jedenfalls nicht mehr bleiben.“

Okay, also Tarifwechsel.

„Die Mindestvertragslaufzeit beträgt dann 12 Monate.“ Was zur— was??? Ich wollte doch gar keinen Tarif wechseln, ich musste doch! Na super. Also kein Rundum-Sorglos fürs nächste Jahr.

Aber jetzt machte ich den – wie sich im Nachhinein herausstellte – entscheidenden Fehler:

Telekom: „Möchten Sie, dass Ihre neue Telefonnummer drei Monate lang allen Anrufern auf Ihrer alten Nummer angesagt wird? Der Service ist kostenlos.“

Ich: „Okay, warum nicht.“

Böser Fehler. Ganz böser Fehler.

Wir springen ein paar Wochen nach vorne: 1&1 hatte mir erklärt, dass nach der Schaltung meines Telekom-Anschlusses ca. 10-12 Tage vergehen würden, bevor mein DSL geschaltet werden könnte. Am 13. Tag rufe ich bei 1&1 an. „Was ist denn nun?“

Serviceschimpanse bei 1&1: „Weiß ich auch nicht. Hier steht nur ‚Verzögerung wegen manueller Bearbeitung‘.“

Ich: „Verzögerung wie lange? Tage, Wochen, Monate?“

Schimpanse: „Naja, Monate bestimmt nicht.“ (Guter Witz das, im Nachhinein.)

Okay, ich bin ja gutmütig, also habe ich noch einmal eine Woche gewartet, dann wieder angerufen. 1&1-Schimpanse: „Ich habe hier leider noch keinen Termin vorliegen.“

Nun – auch meine Gutmütigkeit hat ihre Grenzen. Also drohte ich – schriftlich, Einschreiben, das ganze Paket – mit fristloser Kündigung, wenn ich nicht innerhalb von 10 Tagen mein DSL bekomme. Einen Tag später (!) hatte 1&1 auf wundersame Weise plötzlich erkannt, wo das Problem lag und rief mich von sich aus (!) an. Allerdings half mir das auch nicht viel weiter, wie sich schnell herausstellte:

1&1: „Sie haben bei der Telekom eine Bandansage aktivieren lassen.“

„Ja…?“

1&1: „Die verhindert, dass wir Ihnen Ihr DSL aufschalten können.“

Hä? (Und wenn ich „Hä?“ sage, dann meine ich „HÄ????„)

1&1: „Für den Zeitraum, in dem die Ansage aktiv ist, kann Ihr Vorgang bei der Deutschen Telekom nicht verändert werden. Deshalb verweigert uns die Deutsche Telekom die Miete Ihrer Leitung für den DSL-Anschluss. Das ist ein bekanntes Problem, aber es gibt bisher keine Lösung dafür.“

Also, nochmal zum Mitschreiben: Es gibt kein technisches Problem mit der DSL-Leitung. Das Problem liegt (laut 1&1) in der Vertragsverwaltungs-Software der Deutschen Telekom. 1&1 will die Leitung (in meine neue Wohnung) mieten, aber die Telekom sagt, das gehe nicht, weil (in meiner alten Wohnung) eine Bandansage läuft. Was zur Hölle??!

 Als nächstes gab es einen kleinen Exkurs: Ich: „Bringt es was, wenn ich die Bandansage sofort abschalten lasse?“ 1&1: „Nein, unserer Erfahrung nach nicht.“ Telekom: „Ja, auf jeden Fall.“ 1&1 hatte leider Recht.

Also musste ich die 3 Monate abwarten, die die inzwischen abgeschaltete Bandansage normalerweise gelaufen wäre. Danach, versicherte mir 1&1, würde es nur noch (der Hohn!) die üblichen 10-12 Tage dauern, bevor ich mein DSL hätte.

Die 3 Monate waren vorgestern vorbei. Heute habe ich dann mal wieder bei 1&1 angerufen. (Man gönnt sich ja sonst nichts.)

1&1-Bonobo: „Wir haben jetzt von der Telekom die Information, dass es ca. 14 Tage dauern wird, Ihren Vertrag freizugeben, und dann dauert es üblicherweise noch 10-12 Tage, bevor wir Ihr DSL freischalten können.“

Ich: „…….?“

1&1-Bonobo: „Haben Sie sonst noch Fragen zu Ihrem DSL-Anschluss?“

Ich: „Zu welchem DSL-Anschluss denn???!

1&1-Bonobo: „Dann wünsche ich Ihnen trotzdem noch einen schönen Tag.“

Ich: „%!§& dich ins &#!§, du &%!#§!!!“

Und jetzt habe ich die Wahl: Ich kann meinen Stolz schlucken und einfach nochmal vier Wochen warten und dann vielleicht nochmal und vielleicht nochmal, denn was sollte 1&1 davon abhalten, mich weiter hinzuhalten? Mit mir kann man’s ja offensichtlich machen.

Oder ich kann 1&1 die Kündigung aussprechen und wahrscheinlich für noch länger auf mein DSL warten, weil 1&1 ja in zwei Wochen den Port in meiner Wohnung anmietet und den wahrscheinlich nicht so schnell wieder freigeben wird.

Tolle Aussichten.