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Kurze Frage (4)

5. Jan. 2010

Um die Spannung klein zu halten, sag ich’s gleich – die Frage lautet diesmal: „Warum ist das immer noch eine Geschichte?“

Was sich dahinter verbirgt, ist Folgendes: Im Februar 2009, also vor dann bald mal einem Jahr, hat der Bund der Vertriebenen seine Vorsitzende, MdB Erika Steinbach, in den Stiftungsbeirat der zu gründenden „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ zu nominieren. Seither ist das eine Geschichte in den Nachrichten, vor allem, weil Frau Steinbach nicht ganz unumstritten ist und gerade in Osteuropa nicht unbedingt die beliebteste Person der Welt darstellt.

Auch wenn die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg insgesamt natürlich ein relativ heikles Thema ist, geht es hier am Ende um die Nominierung einer einzelnen Person in ein insgesamt 13-köpfiges Gremium, dessen Aufgabe nicht viel mehr als die Errichtung einer Art Mahnmal sein wird.

Warum stirbt diese Geschichte also nicht? Wem nützt es, dass diese Story seit Monaten immer wieder und wieder und wieder auftaucht?

Erika Steinbach, MdB? Nein. Inzwischen hat wohl ganz Deutschland mitbekommen, dass irgendwas an der Frau nicht so ganz koscher sein kann – wenn doch solch ein Aufhebens um sie gemacht wird.

Der CDU/CSU, für die sie im Bundestag sitzt? Nein. Warum würde man mit einer Person in Verbindung gebracht werden wollen, die unter Dauerbeschuss steht?

Dem Bund der Vertriebenen, deren Vorsitzende sie ist? Nein.  Siehe oben.

Der FDP, die sich gegen die Nominierung zur Wehr setzt? Vielleicht, um sich zu profilieren. Aber es ist ja im Großen und Ganzen nicht die FDP, die diese Geschichte mit immer neuen Vorschlägen und Resolutionen und Rückziehern und Vorstößen am Leben hält.

Warum also hat noch niemand diese Geschichte beendet, sei es die CDU, der Bund der Vertriebenen oder Frau Steinbach, MdB, selbst?