Den ganzen verdammten Sommer lang

Ich erwarte von den deutschen Mainstream-Radiosendern, sei es öffentlich-rechtlich oder privat, ja nun ohnehin nicht viel. Die sind so oft so sehr damit beschäftigt, bei niemandem anzuecken, dass sie zu gar nichts anderem mehr kommen. Aber ihr größtes Problem: Sie wissen einfach nicht, wann sie aufhören müssen.

Kennt ihr das? Im Mai, vielleicht im Juni hört man einen neuen Song im Radio und denkt sich: Och ja, der ist ja ganz nett. Beim dritten oder vierten Hören fängt man vielleicht an, ein bisschen mitzusingen, weil man inzwischen den einen oder anderen Brocken vom Text aufgeschnappt hat. Der Song schleicht sich langsam ins eigene Gedächtnis ein und man verschwendet, wie so oft, einiges an Speicherkapazität des Gehirns auf das Auswendigwissen der lyrics.

Dann hört man den Song wieder. Und wieder. Und wieder. Und wieder.

Es wird August. Inzwischen hat man das Gefühl, den Song öfter gehört zu haben als den eigenen Vornamen.

September. Es ist nicht mehr zu ertragen. Man schaltet den Sender um, wenn man nur die ersten Akkorde hört.

Oktober. Man zweifelt an sich selbst und fragt sich, wie man diesen Dreck jemals gut finden konnte. Und warum haben die Radiosender überhaupt damit angefangen, den Song zu spielen? Ganz zu schweigen davon, dass sie das immer noch tun, fünf Monate später, scheinbar ungefähr einmal pro Stunde.

November. Ernsthaft jetzt, immer noch? Ein durchschnittlicher Radiohörer muss den Song inzwischen grob überschlagene 300-mal gehört haben. Reicht das nicht fürs Erste? Können wir dem Titel vielleicht mal eine kleine Pause gönnen, vielleicht so bis 2020? Nein? Okay, wenigstens bis Weihnachten? Auch das nicht? Okay, wo ist mein MP3-Player…?

Das scheint jedes Jahr zu passieren, aber dieses Jahr kommt es mir besonders schlimm vor, darum hier mein Aufruf an alle Radiosender, denen die geistige Gesundheit ihrer Hörer zumindest ein bisschen am Herzen liegt:

Hört endlich, endlich auf, „All Summer Long“ zu spielen!

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