Star Trek Into Darkness review

Verfasst 23. Mai. 2013 von bookhouse boy
Kategorien: Uncategorized

Okay, so here’s why I disliked Star Trek Into Darkness. (Spoilers ahead! You have been warned.)

It was not the acting, which is mostly fine. And obviously, the movie looks great – even though it never quite manages to recapture the truly striking visuals of the alien landscape of the first few minutes.

No, the problem is in the writing. The gaping plot holes, for one. I don’t mind some bending of plausibility every once in a while, but what happens in this movie is ridiculous. Here are a few examples:

  • Supposedly Admiral Marcus is trying to hide the existence of the 72 genetically engineered supermen, yet he hands them over to Kirk, a notoriously unreliable officer, instead of letting his own henchmen dispose of them. (If he didn’t, Khan would have no reason to surrender to Kirk, short movie.)
  • That same admiral supposedly was super-paranoid about alien threats to Earth, yet apparently he never got around to installing a planetary defense system. Not a single defense ship comes to investigate when a major space battle takes place between the Earth and the moon. (If they did, they’d cut short said space battle. Who wants that, right?)
  • If the blood of the supermen can cure the dying and resurrect the dead, they did not even need Khan to resurrect Kirk, did they? They had 72 other donors right on board. (If they realized that, Spock’s chase of Khan would be so much less complicated/exciting.)

Sometimes the writers actually seem to know how preposterous a plot development is, so they reverse it within ten minutes. Kirk loses the Enterprise – and gets it right back. Kirk dies – and is quickly brought back to life. And of course, the viewers know that they are not really going to kill off Kirk; this is not their first movie ever. So what’s the point?

Actually, a lot of this is because the writers try to cram every last possible reference to earlier Trek into the movie – it’s a cornucopia of fan wank. A mention of Section 31 or the occasional tribble, fine. But when you actually have to kill Kirk just to quote a scene from Star Trek II, you’ve probably gone too far. The inclusion of the Carol Marcus character is a perfect example: She is only there as a callback to The Wrath of Khan; she has literally nothing to do. And when her presence on the Enterprise actually threatens to become a plot point (will her daddy shoot on a ship with her on board?), she is simply beamed away.

The other characters do not fare too well either. Khan, in particular, is actually boring as a villain, his lone motivation being revenge. Yawn. (It also does not help that the big reveal about his identity comes in the form of an exposition-laden monologue from himself.) Admiral Marcus is a paranoid lunatic, which is a bit more interesting, but he’s a cardboard cutout paranoid lunatic. What’s his story? We’ll never know.

And the main characters, the good guys? They are pretty much the same they were in the last movie.

Which also means that Spock and Kirk are really still fighting with each other most of the time. We are supposed to construct this as friendly bickering, but it did not seem like it to me. (Maybe it was the German dub?) But then their friendship does not seem so very amazing, and then it seems ridiculous when Spock starts to cry at the end at Kirk’s temporary death, and then there is zero emotional resonance. Because this movie is (if it’s about anything) about friendship. Granted, some other themes are introduced early on: Should you save a life now even if there are potentially awful consequences later? Should soldiers disobey orders if those orders are in violation of human rights? But these themes are discarded almost immediately, and the only one the movie comes back to is, “Aren’t friends great.” Which is so trite even Disney animated movies are more complex these days.

I’ll stop here. I still have more complaints, but those are Trekkie stuff.

Die unendliche Telekommunikationsgeschichte

Verfasst 8. Sep. 2010 von bookhouse boy
Kategorien: Tagebuch

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Okay, diese Geschichte hat eine offizielle Fortsetzung, und die geht so:

Vier Jahre später. Ich ziehe um, von einem Ort in den anderen. Bis dahin konnte ich mich eigentlich weder über meine Telefon- noch über meine DSL-Verbindung beschweren. Beides funktionierte eigentlich so gut wie immer ganz gut. Trotzdem fand ich, dass sich der Umzug doch vielleicht dazu eignen würde, meine Telekommunikations-Angelegenheiten zu vereinfachen, zu streamlinen, kurz: bei einem Anbieter zu vereinigen. Also sah ich mich um, und da ich – im Gegensatz zu anderen Leuten, zugegeben – mit 1&1 bisher keine Probleme hatte, entschied ich mich für ein Rundum-Sorglos-Paket bei 1&1.

Ich rief also bei 1&1 an. “Hallo, ich ziehe um und möchte dabei auch gleich komplett mit Telefonanschluss und allem zu Ihnen wechseln.”

1&1: “Das freut uns sehr, geht aber leider nicht.”

Hä?

“Wir brauchen in der neuen Wohnung erst einen Telefonanschluss der Deutschen Telekom, um Ihr DSL aufschalten zu können. Dann kündigen Sie den Telefonanschluss, und dann können Sie komplett zu uns wechseln.”

Na super. Umständlicher ging’s wohl nicht mehr? Aber okay, also rufe ich bei der Telekom an. “Hallo, ich möchte umziehen.”

“Okay, kein Problem. Oh, ich sehe gerade, Ihr Produkt führen wir nicht mehr. Möchten Sie stattdessen in den T-Irgendwas-Package-Tarif wechseln?”

Ich: “Habe ich eine Wahl?”

“Also, in Ihrem alten Tarif können Sie nach dem Umzug jedenfalls nicht mehr bleiben.”

Okay, also Tarifwechsel.

“Die Mindestvertragslaufzeit beträgt dann 12 Monate.” Was zur— was??? Ich wollte doch gar keinen Tarif wechseln, ich musste doch! Na super. Also kein Rundum-Sorglos fürs nächste Jahr.

Aber jetzt machte ich den – wie sich im Nachhinein herausstellte – entscheidenden Fehler:

Telekom: “Möchten Sie, dass Ihre neue Telefonnummer drei Monate lang allen Anrufern auf Ihrer alten Nummer angesagt wird? Der Service ist kostenlos.”

Ich: “Okay, warum nicht.”

Böser Fehler. Ganz böser Fehler.

Wir springen ein paar Wochen nach vorne: 1&1 hatte mir erklärt, dass nach der Schaltung meines Telekom-Anschlusses ca. 10-12 Tage vergehen würden, bevor mein DSL geschaltet werden könnte. Am 13. Tag rufe ich bei 1&1 an. “Was ist denn nun?”

Serviceschimpanse bei 1&1: “Weiß ich auch nicht. Hier steht nur ‘Verzögerung wegen manueller Bearbeitung’.”

Ich: “Verzögerung wie lange? Tage, Wochen, Monate?”

Schimpanse: “Naja, Monate bestimmt nicht.” (Guter Witz das, im Nachhinein.)

Okay, ich bin ja gutmütig, also habe ich noch einmal eine Woche gewartet, dann wieder angerufen. 1&1-Schimpanse: “Ich habe hier leider noch keinen Termin vorliegen.”

Nun – auch meine Gutmütigkeit hat ihre Grenzen. Also drohte ich – schriftlich, Einschreiben, das ganze Paket – mit fristloser Kündigung, wenn ich nicht innerhalb von 10 Tagen mein DSL bekomme. Einen Tag später (!) hatte 1&1 auf wundersame Weise plötzlich erkannt, wo das Problem lag und rief mich von sich aus (!) an. Allerdings half mir das auch nicht viel weiter, wie sich schnell herausstellte:

1&1: “Sie haben bei der Telekom eine Bandansage aktivieren lassen.”

“Ja…?”

1&1: “Die verhindert, dass wir Ihnen Ihr DSL aufschalten können.”

Hä? (Und wenn ich “Hä?” sage, dann meine ich “HÄ????“)

1&1: “Für den Zeitraum, in dem die Ansage aktiv ist, kann Ihr Vorgang bei der Deutschen Telekom nicht verändert werden. Deshalb verweigert uns die Deutsche Telekom die Miete Ihrer Leitung für den DSL-Anschluss. Das ist ein bekanntes Problem, aber es gibt bisher keine Lösung dafür.”

Also, nochmal zum Mitschreiben: Es gibt kein technisches Problem mit der DSL-Leitung. Das Problem liegt (laut 1&1) in der Vertragsverwaltungs-Software der Deutschen Telekom. 1&1 will die Leitung (in meine neue Wohnung) mieten, aber die Telekom sagt, das gehe nicht, weil (in meiner alten Wohnung) eine Bandansage läuft. Was zur Hölle??!

 Als nächstes gab es einen kleinen Exkurs: Ich: “Bringt es was, wenn ich die Bandansage sofort abschalten lasse?” 1&1: “Nein, unserer Erfahrung nach nicht.” Telekom: “Ja, auf jeden Fall.” 1&1 hatte leider Recht.

Also musste ich die 3 Monate abwarten, die die inzwischen abgeschaltete Bandansage normalerweise gelaufen wäre. Danach, versicherte mir 1&1, würde es nur noch (der Hohn!) die üblichen 10-12 Tage dauern, bevor ich mein DSL hätte.

Die 3 Monate waren vorgestern vorbei. Heute habe ich dann mal wieder bei 1&1 angerufen. (Man gönnt sich ja sonst nichts.)

1&1-Bonobo: “Wir haben jetzt von der Telekom die Information, dass es ca. 14 Tage dauern wird, Ihren Vertrag freizugeben, und dann dauert es üblicherweise noch 10-12 Tage, bevor wir Ihr DSL freischalten können.”

Ich: “…….?”

1&1-Bonobo: “Haben Sie sonst noch Fragen zu Ihrem DSL-Anschluss?”

Ich: “Zu welchem DSL-Anschluss denn???!

1&1-Bonobo: “Dann wünsche ich Ihnen trotzdem noch einen schönen Tag.”

Ich: “%!§& dich ins &#!§, du &%!#§!!!”

Und jetzt habe ich die Wahl: Ich kann meinen Stolz schlucken und einfach nochmal vier Wochen warten und dann vielleicht nochmal und vielleicht nochmal, denn was sollte 1&1 davon abhalten, mich weiter hinzuhalten? Mit mir kann man’s ja offensichtlich machen.

Oder ich kann 1&1 die Kündigung aussprechen und wahrscheinlich für noch länger auf mein DSL warten, weil 1&1 ja in zwei Wochen den Port in meiner Wohnung anmietet und den wahrscheinlich nicht so schnell wieder freigeben wird.

Tolle Aussichten.

Kein frischer Wind

Verfasst 24. Jun. 2010 von bookhouse boy
Kategorien: Politik

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Nächstes Wochenende wird in Bayern zwar nicht gewählt, aber immerhin abgestimmt. Über das Nichtraucherschutzgesetz. Die Vorgeschichte ist ellenlang und vermutlich kennt sie auch schon jeder, aber um es kurz zu machen: Der Nichtraucherschutz in der Gastronomie war in Bayern sehr streng, dann hat die CSU bei der Landtagswahl viele Stimmen verloren und deshalb das Gesetz gelockert; dann gab es ein Volksbegehren, was erfolgreich war, aber die Politiker wollten sich den Schuh nicht nochmal anziehen, und darum muss das Volk jetzt selbst abstimmen.

Logischerweise gibt es da zwei Seiten. Das Aktionsbündnis “Nichtraucherschutz Bayern”, unterstützt von ÖDP, SPD und Grünen, steht gegen eine Gruppe von Gegnern, von denen das auffälligste “Bayern sagt Nein” heißt, und dem man wahrscheinlich nicht öffentlich unterstellen darf, von der Tabaklobby unterstützt zu werden.

Wie jeder erwarten durfte, der jemals bei einem Streit zwischen militanten Rauchern und Nichtrauchern zugegen war, wird der Wahlkampf erbittert geführt, und man darf wohl erwarten, dass die Seite gewinnen wird, die am Ende einfach mehr Wähler mobilisieren kann und nicht unbedingt die, die tatsächlich die Meinung der Mehrheit vertritt. Putzigerweise bekommt man von diesem Wahlkampf trotzdem sehr wenig mit. Was man zu sehen bekommt, sind die Plakate der verfeindeten Lager:

Beide sind, auf sehr unterschiedliche Weise, überaus albern.

Das Plakat der Befürworter ist vor allem furchtbar lahm. Ein Wolkenhimmel und ein “Rauchen verboten”-Schild in der Ecke – na super. Immerhin, seine Kernbotschaften (4. Juli und “Ja”) stehen groß drauf, aber es weckt null Emotionen oder Leidenschaft, erst recht nicht Empörung über die gegenwärtigen Zustände. Mobilisierung sieht anders aus.

Und dann erst der Slogan: “Bayern atmet auf”. Ich habe zwei große Probleme mit diesem Slogan: Erstens, er klingt so, als wäre schon alles gelaufen. Bayern atmet schließlich offenbar jetzt schon auf; wozu soll ich also noch zur Wahl gehen? Und zweitens, es macht die potenziellen Wähler zu Opfern: Sie mussten bisher die Luft anhalten, konnten nicht aufatmen, unterdrückt vom bösen Rauchervolk. Sie kämpfen also mit ihrer Stimme nicht für ihre Gesundheit, sondern gegen ihre Mitmenschen. Und wer will das schon? Wer jahrelang Opfer war, ist üblicherweise nicht der Typ, der ganz plötzlich seine Opferbereitschaft aufgibt.

Das Plakat der Gegner ist dagegen wahrscheinlich sehr viel effektiver; trotzdem ist es ebenfalls arg lächerlich. (Es gibt nicht nur das Motiv, das ich oben zeige, sondern mehrere, die fast durchgängig bajuwarische Landschaft und/oder Lebensart zeigen.)

Es fällt einem sofort auf, dass das Wort “Verbot” gleich dreimal vorkommt. Die Urheber versuchen gar nicht erst, konkrete Argumente darzustellen, sondern hängen das Ganze gleich mal ein bisschen höher: Es “geht um die Freiheit”. Das steht, ob man’s glaubt oder nicht, sogar verbatim auf ihren Werbegeschenken. (Ja, sie haben Werbegeschenke. Das Budget scheint zu stimmen.) Das ist vermutlich nicht ungeschickt, weil es den Befürwortern unterstellt, gegen Freiheit zu sein. Wer will schon gegen Freiheit sein? Da bleibe ich doch lieber zuhause und halte mich ganz aus der Sache raus, oder?

Andererseits ist die Strategie zweifellos auch aus der Not geboren, denn mit dem konkreten Benefit lässt sich schwer argumentieren: “Stimmt mit Nein, damit ihr nicht noch mehr Rücksicht nehmen müsst” ließe sich eher schwer verkaufen. Aber hey, sie haben zumindest die richtige Strategie erkannt und verfolgt – mehr, als man über die Befürworter sagen kann. Die fünf Intelektuellen, die das Ganze durchschauen, sind eh nicht die Zielgruppe.

Natürlich geht es dafür gleich mal mit dem Holzhammer dran: Verbot, Verbot, totales Verbot. “Totales” Verbot? Das ist natürlich Schwachsinn – es wäre ein Verbot in allen gastronomischen Betrieben, aber zu einem “totalen” Verbot fehlen noch ein paar unbedeutende Örtlichkeiten wie beispielsweise alle anderen Arbeitsplätze, von den noch unwahrscheinlicheren, aber denkbaren Orten wie Autos, öffentlichen Straßen und Plätze und Privatwohnungen ganz zu schweigen. Aber “total” klingt halt so schön nach “totalitär”, was in Verbindung mit dem “Verbotsstaat” einen hübschen, gut abgestimmten Rahmen bildet.

Hat es auf Basis dieser Plakate eine von beiden Seiten verdient, dass ich hingehe und abstimme? Nein. Inkompetenz gegen Demagogie – tolle Wahl!

Tue ich es trotzdem? Natürlich.

Neuneinhalb schlechte Gründe

Verfasst 15. Mai. 2010 von bookhouse boy
Kategorien: Beobachtungen

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Stefan Niggemeier hatte vor zwei Wochen hochinvestigativen Scoop in seinem Blog über ein Kärtchen, das der SWR seinen Mitarbeitern überreicht, damit die sich an die Sender-PR erinnern, wenn es im Freundeskreis hart auf hart kommt. Darauf stehen neun(einhalb) Gründe, warum die ARD “unverzichtbar” ist.

Niggemeier hat sich zurückhalten können, die einzelnen Argumente auseinander zu nehmen. Ich nicht.

Also, gucken wir mal. Die ARD ist offenbar unverzichtbar, weil:

  • “wir Programm fürs Publikum machen – und nicht, um Werbung zu verkaufen”. Das heißt dann wohl, dass Marienhof und Verbotene Liebe und Brisant fürs Publikum gemacht werden, während Gute Zeiten, schlechte Zeiten und Anna und die Liebe und taff gemacht werden, um Werbung zu verkaufen? Soll heißen: Zwischen 17 und 20 Uhr darf die ARD Werbezeiten verkaufen, und produziert dementsprechendes Programm. Was würde wohl passieren, wenn sie auch nach 20 Uhr Werbung verkaufen dürfte?
  • “wir nicht nur die meisten Zuschauer und Hörer haben, sondern auch die meisten Preise kriegen”. Ja, da steht “kriegen”. Das ist Volksnähe. “Bekommen” würde voll abgehoben klingen. Aber davon einmal abgesehen: Ihr bekommt 6 Millarden Euro im Jahr an Gebühren und produziert damit 12 Fernsehprogramme (plus vier weitere als Kooperationen) und Gott weiß wieviele Radiosender. Da will ich doch schwer hoffen, dass da der eine oder andere Preis abfällt. Und der eine oder andere Rezipient.
  • “weil alle Programme von ARD, ZDF und Deutschlandradio zusammen 60 Cent am Tag kosten – so viel wie eine einzige Bild-Zeitung”. Die ARD ist also unverzichtbar, weil sie billig ist? Das macht sie ungefähr so unverzichtbar wie Steckrüben, oder?
  • “weil jeder Grund einen Hintergrund hat”. Ähm. Ja. Was soll das überhaupt bedeuten? Ich nehme mal an, es will mir sagen, dass die ARD Hintergrundberichterstattung anbietet, und dass die wichtig ist, für die Demokratie zum Beispiel. Dass der SWR die Notwendigkeit sieht, diese Aussage durch ein (auch noch ziemlich lahmes) Wortspiel zu verschleiern, gibt mir allerdings zu denken.
  • “weil unsere Korrespondenten vor Ort sind – von Mosbach bis Mexiko”. Okay, den Grund lasse ich durchgehen. Auch wenn ich nicht so genau weiß, wann das letzte Mal etwas Spannendes in Mosbach passiert ist.
  • “weil Deutschland eine ‘Pisa-Versicherung’ braucht”. Und das wäre dann etwas, das die ARD leistet, ja? Wie genau macht sie das denn? Indem sie einfach gar keinei nennenswerte Fernsehprogramme mehr für 10-19-Jährige anbietet? Dadurch sind die Schüler dann weniger vom Lernen abgelenkt, oder wie? Der SWR glaubt nicht wirklich, dass man bei Kaffee oder Tee? doch noch den Dreisatz lernt, oder? (Auch beim Radio ist mir nicht ganz klar, wie lehrreich jetzt beispielsweise DasDing oder N-Joy sein sollen.) Was ist eigentlich mit dem ganzen Schulfernsehen und Telekolleg passiert, das früher in den Dritten lief… das wären doch vielleicht wirklich ‘Pisa’-relevante Sendungen?
  • “weil wir uns nicht nur für die 14-49-Jährigen interessieren.” Es ist natürlich gut, dass die ARD (wie auch das ZDF) Angebote im Programm hat, die ältere Leute ansprechen, die von den kommerziellen Anbietern nicht explizit angesprochen werden. Aber mit dieser Aussage macht ihr nur darauf aufmerksam, dass ihr euch für alle außer den 14-49-Jährigen interessiert. Die Kinder haben den KI.KA, die Senioren den Rest. Wenn Unser Star für Oslo etwas gezeigt hat, dann doch nur, dass die ARD sonst genau nichts im Programm hat für die 14-24-Jährigen. Und die 25-49-Jährigen beschränken sich weitgehend auf den Tatort (aber zumindest wissen sie, wo die ARD auf der Fernbedienung liegt).
  • “weil wir mit unseren Konzerten und Festivals der größte Kulturveranstalter Deutschlands sind”. Na super. Da gehen also meine Gebühren hin. Sollten die nicht für Fernsehen und Radio verwendet werden, oder so?
  • “weil Fußball ‘for free’ besser ist als Pay-TV.” Das ist natürlich das schlagende, weil populistische Argument. (Deswegen kommt es bestimmt auch zuletzt.) Und Quatsch ist es natürlich auch. Wenn die ARD mit ihrem Gebührenreichtum nicht im Spiel wäre, um die Preise hochzutreiben, würde es sich auch für private Anbieter lohnen, (mehr) Free-TV-Fußballrechte zu erwerben. Die Bundesliga und der DFB-Pokal blieben also auch ohne die ARD aller Wahrscheinlichkeit nach gratis im Fernsehen – und die Länderspiele sowieso; die müssen nämlich schon laut Rundfunkstaatsvertrag im Free-TV gesendet werden!

Oh, das war’s schon. Der zehnte Grund, warum die ARD unverzichtbar ist, sind nämlich “Sie”. Also, der SWR-Mitarbeiter mit dem Kärtchen. Das ergibt zwar auch keinen großen Sinn – es sei denn, es ginge darum, dass die ARD ein bedeutender Arbeitgeber in Deutschland ist -, schleimt aber wenigstens schön ein bisschen.

Kurze Frage (4)

Verfasst 5. Jan. 2010 von bookhouse boy
Kategorien: Beobachtungen, Politik

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Um die Spannung klein zu halten, sag ich’s gleich – die Frage lautet diesmal: „Warum ist das immer noch eine Geschichte?“

Was sich dahinter verbirgt, ist Folgendes: Im Februar 2009, also vor dann bald mal einem Jahr, hat der Bund der Vertriebenen seine Vorsitzende, MdB Erika Steinbach, in den Stiftungsbeirat der zu gründenden „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ zu nominieren. Seither ist das eine Geschichte in den Nachrichten, vor allem, weil Frau Steinbach nicht ganz unumstritten ist und gerade in Osteuropa nicht unbedingt die beliebteste Person der Welt darstellt.

Auch wenn die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg insgesamt natürlich ein relativ heikles Thema ist, geht es hier am Ende um die Nominierung einer einzelnen Person in ein insgesamt 13-köpfiges Gremium, dessen Aufgabe nicht viel mehr als die Errichtung einer Art Mahnmal sein wird.

Warum stirbt diese Geschichte also nicht? Wem nützt es, dass diese Story seit Monaten immer wieder und wieder und wieder auftaucht?

Erika Steinbach, MdB? Nein. Inzwischen hat wohl ganz Deutschland mitbekommen, dass irgendwas an der Frau nicht so ganz koscher sein kann – wenn doch solch ein Aufhebens um sie gemacht wird.

Der CDU/CSU, für die sie im Bundestag sitzt? Nein. Warum würde man mit einer Person in Verbindung gebracht werden wollen, die unter Dauerbeschuss steht?

Dem Bund der Vertriebenen, deren Vorsitzende sie ist? Nein.  Siehe oben.

Der FDP, die sich gegen die Nominierung zur Wehr setzt? Vielleicht, um sich zu profilieren. Aber es ist ja im Großen und Ganzen nicht die FDP, die diese Geschichte mit immer neuen Vorschlägen und Resolutionen und Rückziehern und Vorstößen am Leben hält.

Warum also hat noch niemand diese Geschichte beendet, sei es die CDU, der Bund der Vertriebenen oder Frau Steinbach, MdB, selbst?

Kurze Frage (3)

Verfasst 29. Mai. 2009 von bookhouse boy
Kategorien: Beobachtungen, Politik

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Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich kann bald keine Nachrichtenstory über Opel mehr hören. Ja, es geht um viel Geld, und ja, es geht darum, dass viele, viele Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren könnten, aber ist das ein Grund dafür jeden einzelnen Pups zu berichten, den irgendjemand irgendwo irgendwann zum Thema gesagt hat?

Trotzdem möchte ich noch eine Frage zu Opel und seinem Schicksalstellen, und zwar an Karl-Theodor von (zu?) Guttenberg (und all diejenigen, die ihm, offenbar ohne zwischendurch nachzudenken, nachplappern):

Was genau wäre denn eine ungeordnete Insolvenz?

Eurovision Song Failure

Verfasst 21. Mai. 2009 von bookhouse boy
Kategorien: Beobachtungen

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Das ist mal ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man sein Ziel aus den Augen verlieren kann, wenn man eine Sache nicht zu Ende denkt.

Wie jeder Fuchs und Hase inzwischen wissen, war Dita Von Teese für ein paar Sekunden Teil des deutschen Beitrags zum Eurovision Song Contest 2009. Und inzwischen weiß auch der letzte Popkulturverweigerer, dass Dita Von Teese eine amerikanische Burlesque-Tänzerin und/oder Fetischmodel ist.

Und den Gedankengang der Verantwortlichen kann ich mir gut vorstellen: “Das bringt uns ins Gespräch, da kann man uns nicht mehr übersehen! Promis sind immer gut, und wenn’s ein bisschen verrucht ist, umso besser. Sex zieht immer.”

Und natürlich kann man auch vom künstlerischen Wert von Von Teeses Auftritt halten, was man will.  Aber das Ziel war doch eigentlich, möglichst viele Punkte einzusammeln, oder?

Darum fragen wir uns jetzt mal im Detail: Wie viele Zuschauer wird Dita Von Teeses Auftritt wohl überzeugt haben, doch für Deutschland anzurufen? Wie könnte ein Zuschauer auf ihren Auftritt reagieren?

Vielleicht so? “Hm, der Song ist ganz okay, aber nix Besonderes. Oh, Dita Von Teese. Wow, ein amerikanischer C-Promi. Da rufe ich doch für die an!”

Oder: “Hm, der Song ist ganz okay, aber nix Besonderes. Oh, was macht denn die Fraue mit der Reitpeitsche? Ganz schön verrucht. Das gefällt mir. Okay, jetzt rufe ich doch für Deutschland an.”

Und das wägen wir jetzt mal ab gegen die Wahrscheinlichkeit, dass einer der folgenden Gedankengänge einsetzt:

“Igitt, die Porno-Tussi! Jetzt rufe ich doch nicht für Deutschland an!”

“Dita Von… was? Muss ich die kennen? Guck dir mal die Taille von der an, das ist doch krank! Und die Peitsche… Sado-Maso, oder was? Nee, lass mal, das ist nichts für mich.”

Oder: “Dita Von Teese. Hm. Von Teese? Diese 30er-Jahre-Frisur, dieses strenge Korsett, und dann die Reitpeitsche! Die sieht ja aus wie die Nazi-Frau aus Indiana Jones und die Nazis der Nazis! Wie geschmacklos! Scheiß Deutsche! Ihr kriegt garantiert mal keinen Punkt von uns!”

So, und jetzt wundern wir uns mal nicht mehr, warum Deutschland keine Punkte aus Israel, Lettland, Russland, Estland, der Ukraine, Tschechien, Weißrussland, Polen, Litauen oder Slowakei bekommen hat.


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